Mein Jahresrückblick 2020 – was für ein merkwürdiges Jahr

alle, Schwimmen lernen

1. Das Jahr fing gut an: Neustart mit den Schwimmkursen in Berlin-Spandau

Der Start ins Jahr 2020 hätte nicht besser sein können.

Nachdem das Bad im Vivantes Klinikum Spandau wegen Umbauarbeiten fast 1,5 Jahre geschlossen war, konnte ich es kaum fassen, dass wir gleich zu Jahresbeginn wieder mit unseren Kursen starten konnten. Was für ein Fest! 

Die Kurse waren blitzschnell ausgebucht.
Es gab ein freudiges Wiedersehen mit vielen bekannten Familien, aber auch zahlreiche neue waren dabei. 

Schnell wurde mir wieder klar, wie sehr ich es liebe, die Kinder mit ihren Eltern im Wasser begleiten zu dürfen.

Zahlreiche Familien sind mittlerweile seit vielen Jahren dabei, und das macht es besonders schön. Zu sehen, wie die Kinder (und auch ihre  Eltern) wachsen.

Manchmal werden  die Familien größer, und oft kommt dann auch noch der Nachwuchs zu mir ins Wasser.

Wiedereröffnung-Schwimmbad-Spandau

Vor dem ersten Kurstag im Januar 2020: meine Vorfreude ist groß!

Dein Kind soll sanft mit dem Wasser vertraut werden um später mit Freude schwimmen zu lernen?

Wie du das schaffst, verrate ich dir
in meinem kostenlosen Online-Minikurs:

„Schwimmen lernen beginnt daheim“

Du lernst, wie du dein Kind bereits in seinen ersten Lebensjahren bei dir zu Hause achtsam begleiten kannst.

Denn: sicheres Schwimmenlernen beginnt daheim!

  • mit einfachen Mitteln
  • schnell umzusetzen
  • ohne Geld ausgeben zu müssen

2. Stillstand statt Bewegung: Deutschland im Lockdown

Die Freude über den Neustart in Spandau währte nicht lange: im März ging es nicht nur für die ROCHENKINDER ratzfatz in die Zwangspause. Schwimmbäder, Geschäfte, Schulen, Kitas, Spielplätze und vieles mehr wurden geschlossen. Die Welt stand still, und wir saßen von einem Tag auf den anderen auf dem Trockenen. 

Mein Team und ich hatten uns auch schon lange auf den Kongress “Bewegte Kindheit” in Osnabrück gefreut, es sollte unser Highlight des Jahres werden. Doch mit über 3000 Teilnehmern aus den Bereichen Pädagogik, Sport und Therapie ist solch  eine Veranstaltung in Zeiten von Corona natürlich undenkbar geworden. Abgesagt.

Im Lockdown im Frühjahr sind auch ein paar neue Kursmaterialien entstanden

3. Hinaus in die Welt – mehr Sichtbarkeit

Was machst du eigentlich, wenn du keine Schwimmkurse geben kannst? Nicht nur einmal wurde ich das gefragt.  Zugegebenermaßen verbrachte ich mehr Zeit am Computer als mir lieb war. 

Und trotzdem ging es ordentlich voran:
Ende  April ging die neue Webseite der Rochenkinder online. Das war ein ganz schöner Kraftakt, aber du kannst dir sicher vorstellen, dass ich nicht erst zu Beginn des Lockdown begonnen hatte, daran zu arbeiten. 

Mit den ersten veröffentlichten Blogbeiträgen rund um das Thema natürliches Schwimmen lernen, Wassergewöhnung und Babyschwimmen bin ich nun also auch eine Bloggerin geworden. Bereits mehrere tausend Menschen haben in dieser kurzen Zeit meine Artikel gelesen. Dass es solch ein Erfolg werden würde, hatte ich mir vorher nicht vorstellen können.

Hier findest du meine beiden meistgelesenen Blogartikel:

Wiederbelebt wurde zudem meine ROCHENKINDER Facebook Seite, auf der ich nun regelmäßig neue Beiträge und Gedanken zu meiner Philosophie des natürlichen Schwimmenlernens poste.

Hier kannst du meine Seite liken: ROCHENKINDER Facebook Seite

Anja-arbeitet-an-neuer-Homepage

Ende April war die neue Homepage fertig und ging online

4. Auf zu neuen Ufern: Online-Elternabende

Auch wenn du vielleicht bis zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas von “Zoom” gehört hattest: mit dem Corona-Lockdown begann das Zeitalter der Videokonferenzen. Auch bei den Rochenkindern. 

Gemeinsam mit meinen Kolleginnen Stella und Katja konzipierte ich unsere Präsenz-Elternabende um und startete die ersten virtuellen Themenabende für Eltern aus meinen Kursen.

In Zeiten von Social Distancing (übrigens: sollte es nicht besser “Physical Distancing” heißen?) ist das Bedürfnis, in Kontakt zu bleiben, groß. Der Austausch -wenn auch nur virtuell- wohltuend und verbindend, trotz des ungewohnten Settings (sonst sehen wir uns ja alle fast nur in Badekleidung).

“Sicherheit im Wasser” war unser erstes Thema. Und das liegt mir ja wirklich sehr am Herzen. Wie oft erlebe ich am See, Meer oder im Freibad brenzlige Situationen, bei denen Kinder unbeaufsichtigt sind und in Gefahr geraten.

In diesem Jahr waren infolge der Corona-Krise Schwimm- und Freibäder sowie bewachte Badestellen noch lange geschlossen. Die DLRG  prophezeite neue Rekorde bei tödlichen Badeunfällen.

Zum Glück ist der Worst Case nicht eingetreten, aber jeder Tote ist einer zu viel. 

Wenn du mehr darüber lesen möchtest, was du für die Sicherheit deines Kindes im und am Wasser tun kannst, empfehle ich dir meinen Artikel „Sicherheit im Wasser – diese 13 Punkte retten Kinderleben“

Es ging weiter mit dem Thema „Wassergewöhnung beginnt daheim“.

Was kannst du deinem Kind während des Lockdowns zu Hause anbieten, damit sich dein Kind mit dem Wasser vertraut machen kann, wenn der Schwimmkurs aufgrund Corona abgesagt wurde?

Noch Wochen nach dem Elternabend zu diesem Thema erhielt ich E-Mails dankbarer Eltern samt Fotos von selbstgebauten Wassertischen. Die Resonanz war riesig. Einen Teil dieses Themenabends habe ich dann als kostenlosen Minikurs veröffentlicht und so für alle zugänglich gemacht. 

Virtueller Elternabend

5. Online-Minikurs: Schwimmenlernen beginnt daheim

Überall konnten Schwimmkurse gar nicht erst starten oder wurden wieder abgebrochen. Es waren ja nicht nur die ROCHENKINDER betroffen. Der Corona Lockdown hatte vielen Familien die Wassergewöhnung und das Schwimmenlernen ihrer Kinder so richtig vermasselt.

Immer wieder erhielt ich von Eltern die Frage: Was machen wir denn jetzt? 

Die gute Nachricht ist: Bereits zu Hause kannst du deinem Kind, viele Möglichkeiten schaffen (ohne viel Geld auszugeben), um mit der Wassergewöhnung und dem Schwimmenlernen zu beginnen. 

Denn mit den wichtigsten Grundlagen kann sich dein Kind bereits zu Hause auseinandersetzen. Und damit meine ich keine Trockenübungen wie das Üben der Froschbeine auf dem Fußboden!

Inspiriert vom Feedback zum Themen-Elternabend habe ich also meinen ersten Online-Minikurs erstellt. Völlig kostenlos. Über 600 Eltern nahmen bis jetzt an dem Onlinekurs teil. 

Auch du kannst dich noch anmelden: hier geht’s zum Kurs!

6. Unterstützung: Ohne euch hätte ich es vielleicht nicht geschafft

Vielen Eltern war gar nicht bewusst, dass die ROCHENKINDER nicht mein Hobby sind, sondern ich meinen Lebensunterhalt damit bestreite. Als die Kurse im Frühjahr nicht mehr stattfinden durften, hatte ich damals (und jetzt wieder) von heute auf morgen kein Einkommen mehr.

Ich wurde überhäuft mit wunderbaren E-Mails. Wohlwollende Worte und Gedanken in dieser schwierigen Situation geben Kraft.

Zu wissen, warum ich diese Schwimmschule aufgebaut und diesen besonderen Weg des natürlichen und freien Schwimmenlernens immer weiterverfolgt habe. Und dass das Aufgeben einfach keine Option für mich ist.

Viele Familien verzichteten auf die Rückerstattung des Kursgeldes. Es waren kleine und große Beträge. Jeder Euro half. Ich bin zutiefst dankbar über Eure Empathie, Unterstützung und Solidarität. 

Danke! 

Danke-für-eure-Hilfe

Ich danke dir für deine Unterstützung!

7. Es ging weiter: doch wieder ins Wasser mit den Schwimmkursen in Potsdam 

Im Sommer wurden seitenlange Hygienekonzepte erstellt. Desinfektionsmittel hier, Personenbegrenzungen in den Umkleiden da.  Schließlich sollten die Kurse bald wieder starten. Und für unser Bad in Potsdam ging der Plan auf, das Gesundheitsamt hob den Daumen und wir konnten im September endlich wieder ins Wasser. 

Die Schwimmkurse in Potsdam waren wieder einmal in Rekordzeit komplett ausgebucht. 

Viele der neuen Regeln waren am Anfang noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber die Freude über den Neustart überwog.

Alle waren einfach nur dankbar, endlich wieder ins Wasser zu dürfen. Dass am ersten Kurstag gleich die Pumpe ausfiel und wir uns nochmal um eine Woche gedulden mussten, war ärgerlich, aber auch noch zu verkraften.

Endlich wieder ins Wasser! Die Wiedersehensfreude hätter größer nicht sein können, die Kinder aufgeregt und freudig, endlich wieder im Wasser zu sein. 

Doch die Freude währte nur kurz: genau zwei Monate lang durften die Kinder forschen und wir Erwachsene uns an der Entwicklung der Kinder erfreuen und  lernen. Bis Anfang November  wieder alle Schwimmbäder geschlossen wurden.

Anja-Kerkow-Schwimmbad-Potsdam

Die Freude über den Neustart in Potsdam währte nur kurz

8. Ausblick ins Jahr 2021: Alles bleibt in Bewegung

Normalerweise kaufe ich mir so früh wie möglich meinen neuen Jahreskalender (ja, ich mache das ganz oldschool mit Stift und Papier). Nun ist es bereits Dezember und ich habe immer noch keinen. Es gibt noch keine Termine, die ich eintragen könnte. 

Seit ein paar Tagen zieht Deutschland wieder die Bürgersteige hoch: harter Lockdown wird das diesmal genannt. Und kein Ende ist in Sicht.

Auch wenn sicher nach ein paar Wochen die Geschäfte wieder öffnen dürfen, wage ich mal die Behauptung, dass die Schwimmbäder noch geschlossen bleiben.

Einige ambitionierte Schwimmer sind auf die Alternative Freiwasser umgestiegen. Sorry, das kommt für mich (noch) nicht in Frage. Und bietet auch keine Alternativlösung für die ROCHENKINDER. Ich ziehe das warme Wasser dem Eisschwimmen eindeutig vor.

ausblick-2021

Neue Wege gehen: Online-Schwimmkurs

Schon bevor dieser Corona-Virus unser Leben veränderte und das Schwimmenlernen in diesem Jahr ganz hinten anstehen musste, gab es den Plan, endlich meinen ersten eigenen Online-Schwimmkurs zu entwickeln.  

Zugegebenermaßen nach langem Zögern und Zweifeln. Wie kann es wirklich gelingen, Eltern mit ihren Kindern virtuell zu begleiten?

Aber: Das Interesse an dem von mir entwickelten ROCHENKINDER-Konzept ist groß (Freut mich natürlich sehr!)

Wöchentlich erhalte ich Mails von Eltern mit der Frage, ob es diese besonderen Schwimmkurse auch in München, Hamburg, Frankfurt, Wien oder (ergänze hier jeden beliebigen Ort) gibt.
Bisher war meine Antwort immer die selbe: Nein, noch nicht.

Das war für mich Motivation genug, trotz anfänglicher Skepsis, mit den Vorbereitung zu starten.

Genau wie beim Schwimmenlernen ging es bei diesem Prozess nicht darum, möglichst schnell Ergebnisse zu präsentieren. Auch ein solches Vorhaben ist kein Sprint sondern definitiv ein Marathon!

Es gibt noch einen zweiten Grund. Und der ist wirklich sehr dramatisch: In diesem Jahr lernt ein ganzer Jahrgang nicht schwimmen.

Das Schulschwimmen, aber auch ein großer Teil der außerschulischen Schwimmkurse, fiel aus. Wir schieben eine riesige Bugwelle vor uns her. 

Es ist nicht abzusehen, wann diese wieder eingeholt sein wird. Eltern stehen vor dem großen Problem, dass es keine freien Plätze in  Schwimmkursen und lange Wartelisten geben wird. 

Die Lösung: Begleite dein Kind selbst auf seinem Weg des Schwimmenlernens. In meinem Online-Schwimmkurs zeige ich dir, wie das geht. Egal, wo du lebst.

Wenn du erfahren möchtest, wann es losgeht und die Online-Kurse starten, dann trag dich hier auf dieser Seite unverbindlich in meine Warteliste ein.

In keinem Jahr meines Lebens war ich so wenig im Schwimmbad wie in diesem Jahr, dir wird es vielleicht ähnlich gehen.

Möge dich dies in 2021 für uns alle wieder ändern.

verfasst von

verfasst von

Anja Kerkow

Ich bin ehemalige Leistungsschwimmerin, Schwimmlehrerin, Motopädagogin und in Ausbildung zur Pikler-Pädagogin. Mein Herzensprojekt ist die Schwimmschule ROCHENKINDER, die ich 2003 in Berlin gründete. Seitdem begleite ich Woche für Woche Kinder mit ihren Eltern achtsam auf ihrem Weg zum sicheren Schwimmen. Mit meinen Kindern lebe ich in einem 400 Seelen-Dorf im Hohen Fläming in Brandenburg.  

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